Die Konsultationsphase zur MaRisk-Novelle ist abgeschlossen

HUG GmbH

Jetzt beginnt die eigentliche Bewährungsprobe.

Nicht für den Text. Sondern für dessen Auslegung.

 

„Paradigmenwechsel“ – ein großes Wort, derzeit oft zu lesen. Es beschreibt einen grundlegenden Wandel von Denkweisen. Einen fundamentalen Bruch.

 

Die MaRisk-Novelle? Eher ein Aufsichtstext im Zeichen des Rückbaus. Kein Bruch. Zu groß das Wort also für das, was die Konsultationsfassung der MaRisk tatsächlich liefert.

MaRisk

Prinzipien gab es schon – zumindest auf dem Papier.

„Die MaRisk sind der zentrale Baustein für die neue qualitative Aufsicht in Deutschland. Mit ihnen wird die Abkehr von der traditionell Regel-basierten Aufsicht hin zu einer Prinzipien-orientierten Aufsicht und damit gleichzeitig ein Paradigmenwechsel eingeläutet, der (…) die bankaufsichtliche Praxis verändern wird. Den Instituten werden durch die Öffnungsklauseln der MaRisk vielfältige Gestaltungsspielräume eingeräumt, die deren Eigenverantwortung stärken.“

So das Anschreiben zur finalen Fassung der MaRisk 2005.

 

Prinzipienorientiert waren die MaRisk schon immer. Proportionalität – neu ist daran auch nichts.

 

Die Praxis war oft eine andere. Geprüft wurde regelmäßig mehr als das, was in den MaRisk stand – legitimiert durch „Risikoorientierung“ und „Mindestanforderung“. Verweise, die selten zu weniger, sondern zuverlässig zu mehr geführt haben.

 

Wenn sich etwas ändern soll, dann hier. Nicht im Text.

Weniger Substanz – oder nur weniger Text?

Der Eindruck drängt sich auf: weniger Umfang, gleiche Erwartung. Gestrafft wird – aber so, dass am Ende noch genauso geprüft werden kann wie vorher. Die Folge: mehr Interpretationsspielraum.

 

Auch beliebt – die Verlagerung regulatorischer Dichte: Gestrichen wird, was an anderer Stelle wieder aufgefangen wird. Beispielhaft bei MaRisk AT 1; gänzlich umgezogen in § 25a Abs. 1 S. 3 Nr. 1 ff KWG.

MaRisk

Der eigentliche Prüfstein

Ob die neuen MaRisk abermals ein Paradigmenwechsel sind, entscheidet sich nicht im Wortlaut der MaRisk. Sondern in der Prüfungspraxis. Ändert sich die Denkweise der Prüfer?

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