Das „Pest-oder-Cholera“-Szenario, wenn kritische und wichtige Funktionen „richtig“ ermittelt werden
Gestern fand die BaFin-Veranstaltung „IT-Aufsicht im Finanzsektor – das erste Jahr DORA“ statt. Die Aufsicht nutzte die Bühne, um einige der drängendsten Fragen rund um DORA zu adressieren – zumindest war dies der Anspruch.
Doch beim genaueren Hinsehen stellt sich eine andere Frage: Ging es wirklich um Klarstellungen? Oder eher darum, die Folgen jener Unschärfen einzudämmen, die durch frühere Auslegungen und die eigene Mitwirkung am europäischen Regelwerk erst entstanden sind? Mit DORA wurden etablierte Begriffslandschaften und Definitionen aus langjährig bewährten Standards – darunter ISO-Normen, BSI-Vorgaben und sogar ITIL – ohne erkennbare Not durchbrochen. Für Fachkundige wirkt dies wie ein regulatorischer Rundumschlag: Störungen und Notfälle, kritisch oder wichtig, Risikoanalysen in der Business Impact Analyse (BIA) – und plötzlich stellt sich die Frage, wozu dann jahrzehntelang genutzte Instrumente wie die Risk Impact Analysis überhaupt existierten.

