Die bankfachliche Prozesslandkarte

HUG GmbH

Grundlage für integrierte Steuerung

In den vergangenen Monaten haben wir bei der HUG GmbH den Auftrag eines großen Dienstleisters innerhalb der GFG übernommen, eine bankfachliche Prozesslandkarte (PLK) grundlegend weiterzuentwickeln. Ausgangspunkt war das bisherige PLK-Muster der Genossenschaftsbanken – ein Ansatz, der mit Blick auf Governance-Anforderungen und eine klare prozessuale Steuerungslogik bis dato Luft nach oben aufweist.

Prozesslandkarte

Diese Lücken haben wir geschlossen und einen Abstimmungsentwurf vorgelegt. Unser Konzept schafft nunmehr eine belastbare Grundlage für die Modellierung und Steuerung von Bankprozessen – innerhalb der GFG, aber auch darüber hinaus.

 

Bei der Entwicklung haben wir uns an einer Muster-Volksbank orientiert: mittelgroß, Standardprodukte, typische Prozesslandschaft. Die Basis dafür ist unsere langjährige Erfahrung: Wer seit Jahren prüft, berät und Prozesse im GFG-Umfeld analysiert, kann ein solches Modell präzise erschließen. Denn Fakt ist: Mit wenigen Ausnahmen sind die Geschäftsprozesse der Primärbanken weitgehend identisch – auch wenn das nicht immer gern gehört wird. Genau darin liegt jedoch die große Chance: Der betriebswirtschaftliche Nutzen von Standardisierung wird langfristig individuelle Eitelkeiten in den Hintergrund drängen.

 

Unser Vorschlag wird aktuell in Unternehmen der GFG und von Vertretern der Arbeitskreise auf Verbändeebene diskutiert. Wie bei jeder Veränderung gibt es dabei auch unterschiedliche Sichtweisen und Emotionen.

 

Wir sehen diese Diskussion jedoch als wichtigen Schritt hin zu einer PLK, der echte Mehrwert für Banken, Dienstleister und Verbund schafft. Denn am Ende gilt: Alles – Neue Betriebsmodelle, Technik, Drittleistungsangebote, Governance, vielleicht sogar zentrale Risikomanagementansätze – basieren methodisch auf bankfachlichen Abläufen. Erst die Prozesse klar denken, dann Vorgänge, Technik und Organisation darauf ausrichten.

Und unsere Projekterfahrungen zeigen klar

Auf einer fundierten PLK lassen sich IKS, OpRisk, BCM und andere Governance-Themen nahtlos integrieren. Man kann sich das wie ein Schachbrett vorstellen: Jeder Verfahrenslieferant agiert methodisch in seinem Feld – aber alle innerhalb eines konsistenten Rahmens. Für jedes „Schachfeld“ braucht es einen klaren Verantwortlichen und eine eindeutige Methodik. Unterschiedliche, unkoordinierte Ansätze, konsensorientierte Abstimmungen etc. erhöhen die Komplexität und die Kosten – und verhindern ein konsistentes Gesamtergebnis.

 

Was wir aktuell noch vermissen, ist der Wille, sich von den altbekannten PDCA-Platzhaltern zu lösen. Oft sehen wir ein Festhalten an Konzepten, die weder bankfachlich noch regulatorisch zukunftsfähig sind. Oft wird dabei argumentiert: „Wir haben das strategisch betrachtet.“ Das ist legitim – doch eine Strategie kann nur dann tragfähig sein, wenn sie regulatorische Rahmenbedingungen von Anfang an integriert. Bankstrategien dürfen nicht neben der Regulatorik stehen – sie müssen aus ihr heraus entwickelt werden.

 

Unser Ziel bleibt daher klar: Nur durch eine integrierte, bankfachliche Prozesslandkarte lassen sich Prozesse, Governance und Technik zukunftsfähig verbinden – und damit Effizienz, Sicherheit und Steuerungsfähigkeit nachhaltig verbessern.

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